21 Jahre Einsatz für Low Vision

Nach 21 Jahren treuer Dienste für den SZBLIND wird Susanne Trefzer, Leiterin der Fachstelle für Low Vision, Ende Dezember 2022 vorzeitig in den Ruhestand treten.

von Pierre-Alain Uberti, Geschäftsleiter des SZBLIND

Das Bild zeigt Susanne Trefzer und eine Klientin vor einer Sehtafel.
Susanne Trefzer hat in ihren 21 Jahren beim SZBLIND unzählige Low Vision Abklärungen vorgenommen. / Bild: SZBLIND

Susanne Trefzer war gerade vierzig Jahre alt, als sie am 1. August 2001 zum SZBLIND kam. Dort begann sie ihre Karriere als Augenoptikerin und wurde knapp vier Jahre später dank ihrer hervorragenden Arbeitsleistungen zur Leiterin der Abteilung «Low Vision» ernannt. Ein Jahr später wird die Qualität und Quantität ihrer Leistungen in ihrem jährlichen Beurteilungsgespräch als sehr gut bezeichnet. Das zeigt, wie schnell sie sich in ihrer neuen Verantwortung zurechtfindet. Susanne ist eine «bodenständige Frau».
Während ihrer gesamten Laufbahn hat Susanne Trefzer die Aktivitäten in ihrem Bereich kontinuierlich ausgebaut und ist so zu einer in der Schweiz anerkannten Low-Vision Expertin für die komplexesten und schwierigsten Situationen von Menschen mit einer Sehbehinderung geworden.
Was heisst Low Vision? Menschen mit einer Sehbehinderung haben visuelle Beeinträchtigungen, die sich nicht mit üblichen Brillen oder durch operative Eingriffe beheben lassen. Meist sind neben der Sehschärfe visuelle Funktionen, wie die Wahrnehmung für schwache Kontraste, die Blendung, das Gesichtsfeld oder auch die Farbwahrnehmung betroffen.
Die Low Vision-Rehabilitation sucht gemeinsam mit den betroffenen Personen Lösungen, um den Alltag wieder so gut wie möglich selbständig zu bewältigen.
Susanne war Zeit ihrer Tätigkeit beim SZBLIND immer davon überzeugt, dass es gelingen kann, den Klientinnen und Klienten, die zu ihr kommen, weiterzuhelfen. Ihre Fachstelle ist oft der letzte Ort, an dem sie und ihr Team Wege finden, um das verbliebene visuelle Potenzial von Menschen, deren Umfeld schon längst aufgegeben hat, maximal zu stimulieren. Susanne Trefzer ist eine «Hoffnungsträgerin».
Damit das gelingen kann, beurteilte Susanne einerseits die optimale Versorgung mit optischen Hilfsmitteln. Dazu gehören vergrössernde Hilfsmittel, von der individuellen Lupenbrille bis zum elektronischen Bildschirmlesegerät. Andererseits erarbeitete sie mit ihren Klientinnen und Klienten neue Sehstrategien, um auch mit einem reduzierten Sehvermögen kleine Schriften wie etwa Zeitungstext wieder lesen zu können.
Vielleicht haben Sie sie schon einmal gesehen? Im Büro der Fachstelle für Low Vision gibt es viele seltsame Gegenstände und ungewöhnliche Erfindungen, mit denen das Leben von sehbehinderten Menschen verbessert werden kann. Im Rahmen der von der Fachstelle durchgeführten Abklärungen zeigte sich häufig der wiederholte Bedarf nach sehr spezifischen Lösungen, die auch auf dem internationalen Markt nicht existieren. Daher nahm die Fachstelle Low Vision die Entwicklung der Hilfsmittel und Tests selbst in die Hand und liess diese bei lokalen Unternehmen 3D-drucken, CNC-fräsen und anderweitig herstellen. So entstanden in den letzten 20 Jahren unter anderem zwei Generationen aplanatischer Lupenbrillen, die eine sehr hohe Vergrösserung gewährleisten. Auch modular anwendbare Beleuchtungseinheiten für Lupenbrillen entstanden. Nebst diesen Beispielen entstanden noch weitere «Eigenentwicklungen» und «Konstruktionen», die Susanne Trefzer mit ihrem Team hervorgebracht hat. Susanne, eine Zauberin?
Bodenständige Frau, Hoffnungsträgerin, Zauberin … Es gäbe noch viele weitere Lobeshymnen auf Susanne Trefzer und ihre lange Karriere beim SZBLIND. Das schönste Kompliment wird aber wohl das sein, dass sie ihre 21 Jahre im SZBLIND zum Wohle von Menschen mit Sehbehinderungen eingesetzt hat.
Nun wird sie bald in den Vorruhestand treten. Wie werden wir sie von nun an nennen? Susanne die Fotografin? Susanne die Reisende? Wir freuen uns darauf, das herauszufinden, und wünschen ihr alles Gute für einen glücklichen und ruhigen Ruhestand.


Neue Website für den SZBLIND

Der SZBLIND lancierte am 2. November seine neue Website. Das neue Erscheinungsbild ist übersichtlicher, moderner und führt die Nutzer besser durch alles Wissenswerte zum SZBLIND und zu den Themen Sehbehinderung, Blindheit, Hörsehbehinderung und Taubblindheit. Nachdem die alte Website sowohl vom Erscheinungsbild her als auch in ihrer Fülle an Links und Informationen in die Jahre gekommen war, nahm das Kommunikations- und Marketingteam des SZBLIND den Relaunch an die Hand. Gemeinsam mit den Agenturen Getunik und Ping Internet AG wurde die Website im Hinblick auf User-Experience und Barrierefreiheit hin optimiert. Die Stiftung «Zugang für alle» hat die Website auf ihre Zugänglichkeit hin analysiert und zertifiziert.
Neu werden die Nutzerinnen und Nutzer mittels vier übersichtlicher Kategorien «Für Betroffene und Angehörige», «Für Fachpersonen», «Für Interessierte» und «Helfen und Unterstützen» in die Website geführt und erhalten in diesen Kategorien übersichtlich weitere Themen zur Auswahl. Die Suche nach Fachstellen in der Region wurde mittels einer interaktiven Karte optimiert. Wir wünschen viel Freude beim Stöbern auf der neuen Seite und freuen uns über Feedbacks.