Neue Entwicklungspfade des SZBLIND

Die Delegiertenversammlung des SZBLIND fand am 25. Juni in Bern statt. Im Fokus des Vormittags stand der Prozess der Erarbeitung einer neuen Strategie für den SZBLIND. Nach der Vorstellung der Herangehensweise an den Strategieprozess diskutierten die Delegierten drei Fragen zur Entwicklung des Sehbehindertenwesens an runden Tischen.

von Nina Hug

Im Vordergund sind runde Tische mit Personen zu sehen, im Hintergrund eine Rednerin am Rednerpult.
Engagierte Diskussion zu den Entwicklungspfaden des SZBLIND an den runden Tischen der DV. Bild: SZBLIND

Die Delegiertenversammlung (DV) vom Samstag, 25. Juni, hat gleich mehrere Neuerungen mit sich gebracht. Das erste Mal wurde sie im Raum Aare im Kursaal abgehalten, um eine bessere Zugänglichkeit des Saals zu erreichen und Abläufe beim Mittagessen zu vereinfachen. Und ebenfalls zum ersten Mal erstattete Pierre-Alain Uberti den Delegierten als Geschäftsleiter Bericht über das Geschäftsjahr 2021 des SZBLIND.
Am Vormittag der diesjährigen DV standen die Entwicklungspfade des SZBLIND im Vordergrund. Eingebettet in den Kontext der Entwicklung einer Strategie 2030 für den SZBLIND, diskutierten die Delegierten die folgenden drei Fragen: Was ist der Kernauftrag vom SZBLIND? Weshalb und für wen braucht es den SZBLIND? Welches sind die grössten Stärken und Schwächen des Blinden- und Sehbehindertenwesens? Wie kann der SZBLIND dazu beitragen, die Stärken gemäss Frage 2 noch besser zum Tragen zu bringen und die Schwächen zu eliminieren oder minimieren?
An den runden Tischen wurde rege diskutiert und ausgetauscht. Je nach Zusammensetzung der Tische wurden unterschiedliche Schwerpunkt gesetzt. An einem Tisch nahmen Vertreterinnen und Vertreter des Hörsehbehindertenwesens statt des „Blinden und Sehbehindertenwesens“ die spezifische Situation der Organisationen, die sich um Menschen mit Hörsehbehinderung oder Taubblindheit kümmern, in den Fokus. Die Ergebnisse der Diskussion fliessen in den Strategieprozess des SZBLIND ein.
Dieser Prozess endet an der Delegiertenversammlung 2024 mit der Abnahme der Strategie durch die Delegierten. An der Delegierten-versammlung 2023 werden die Ergebnisse der Strategieerarbeitung erstmals präsentiert und dann in die Vernehmlassung bei den Mitglied-organisationen des SZBLIND gegeben.
Auftraggeber der Strategie ist der Vorstand des SZBLIND. Begleitet wird dieser von einem Sounding-Board. Das Sounding-Board hat die Aufgabe, die Ergebnisse der einzelnen Phasen des Strategieprozesses zu verifizieren und kritisch zu hinterfragen. Im Sounding-Board vertreten sind: Thomas Dietziker (Präsident SZBLIND), Ruth Häuptli (Vizepräsidentin SZBLIND),
Roland Studer (SBV), Olivier Blaser (CentreVue), Françoise Gay Truffer (FRSA), Stephan Hüssler (Retina Suisse), Thomas Heiniger (Extern für die Aussensicht, ehemaliger Regierungsrat Kt. ZH, aktuell u.a. Präsident Spitex Schweiz)
Die interne Projektleitung für die Erarbeitung der Strategie hat Pierre-Alain Uberti inne. Er wird unterstützt vom Kernteam Strategie (Gerda Frischknecht, Nina Hug, Raphaela Wohlleben) und vom Workshop-Team der Geschäftsleitung des SZBLIND. Das Workshop-Team erarbeitet Grund-lagen zu Handen des Vorstands und des Sounding-Boards.
Der Strategieprozess wird extern begleitet durch die Firma Oktoplus, ver- treten durch Véronique Achermann und Roman Anthamatten.


Rückblick auf die Aktion «Zu Tisch!»

Die Delegiertenversammlung fiel genau in die Aktionswoche «Zu Tisch! Mit Hörsehbehinderung oder Taubblindheit» zum Tag der Taubblindheit. In 28 Resraurants in der gesamten Schweiz lagen Tischsets aus, die über Hörsehbehinderung und Taubblindheit informierten und mittels Kartonbrille und Ohropax die Simulation einer Hörsehbehinderung ermöglichten. Insgesamt wurden ca. 10000 Tischsets aufgelegt. Auch medial war die Aktion ein Erfolg. In über 30 Artikeln / Radiosendungen und TV Beiträgen fand die Aktion Erwähnung, zum Teil mit Beiträgen von bis zu 9 Minuten. In den Social Media-Kanälen des SZBLIND kamen die Beiträge zur Aktion auf mehr als 10000 Views. Die Präsenz in der News App von SRF und auf dem SRF Instagram-Kanal hat sicher viele tausend Menschen zusätzlich erreicht.
Zudem fanden sich am 27. Juni in Bern die Nationalräte Andri Silberschmidt, Laurent Wehrli und Martin Candinas sowie Nationalrätin Corina Gredig im tibits ein, um die Simulation zu erleben und sich über die Situation hörsehbehinderter Menschen in der Schweiz zu informieren .