Es klingelt, blitzt und vibriert

Für hörsehbehinderte und taubblinde Menschen ist es oft schwierig, das Läuten der Türglocke oder des Telefons zu erkennen. Daher rät Nicolas Baertschi vom Fachbereich Rehabilitation der SZBLIND Beratungsstelle für hörsehbehinderte und taubblinde Menschen in Lausanne seinen KlientInnen oft, sich eine drahtlose Signalanlage anzuschaffen. Die Anlage aus der Reihe «lisa» der Firma Humantechnik hat sich diesbezüglich als sehr praktisch erwiesen. Das System verfügt über einen oder mehrere Sender und Empfänger und funktioniert mittels Funkübertragung. Signale werden entweder visuell in Lichtblitze, akustisch über einen Klingeltonverstärker oder mittels eines tragbaren Empfängers in Vibrationsimpulse umgesetzt. Die Anlage kann zum Erkennen von Türglocke, Telefon, Rauchwarnmeldung, Babyweinen oder des Weckers verwendet werden. Es handelt sich um ein modulares System, das für die betroffenen Personen einfach zu benutzen ist. Die Empfänger lassen sich je nach Aufenthaltsort in der Wohnung entsprechend platzieren. Ein weiterer Vorteil: Die IV übernimmt bis zu CHF 1’300.– der Kosten. Da «lisa» auf Funkübertragung basiert, können Interferenzen gelegentlich zu Funktionsstörungen führen, wenn sich ein Gerät zu nahe am WLAN-Router befindet. Weiter ist anzumerken, dass sich zwar die Lautstärke regeln lässt, die Intensität der Blitze jedoch nicht. Trotz dieser kleinen, noch verbesserungswürdigen Schwachstellen handelt es sich bei «lisa» aber um ein ausgereiftes System, das je nach Wahl der Empfänger für taubblinde, blinde und sehbehinderte Menschen bei der Erkennung von Signalen sehr hilfreich ist.

Das «lisa» Funksystem der Firma Humantechnik kann auf www.gleichcom.ch oder bei allen Hörgeräteakustikern in der Schweiz ab rund CHF 500.– (je nach gewähltem Modul) erworben werden.

Aufzeichnung des Gesprächs mit Nicolas Baertschi, Fachperson Rehabilitation der SZBLIND Beratungsstelle für hörsehbehinderte und taubblinde Menschen in Lausanne: Carol Lagrange.