Liebe Leserin, lieber Leser

Cover von tactuel 1 / 2016Ein Jahr waren viele Forscherinnen und Forscher aus ganz unterschiedlichen Fachdisziplinen an der Arbeit: Sie suchten Kontaktpersonen aus Beratungsstellen des Sehbehindertenwesens, organisierten Gesprächsrunden, führten Einzelinterviews und telefonierten mit rund 300 Personen. Entstanden ist SAMS: Die „Studie zum Arbeitsleben von Menschen mit Sehbehinderung“ ist die grösste Untersuchung, die in der Schweiz zu diesem Thema unternommen wurde. Die Ergebnisse von SAMS, aber noch vieles mehr können Sie im Fachheft „Beruflich am Ball bleiben: mit Sehbehinderung“ nachlesen. Fachpersonen aus IV-Stellen, Beratungsstellen des Sehbehindertenwesens und Arbeitgeber formulieren einen Ausblick und schlagen Massnahmen vor, wie die Situation für Menschen mit Sehbehinderung im Arbeitsmarkt noch weiter verbessert werden kann.

Auch die erste tactuel-Ausgabe in diesem Jahr hat das Thema „Sehbehinderung im Arbeitsmarkt“ als Schwerpunkt gesetzt. Francisco Rodriguez erzählt, wie sich die fortschreitende Retinitis pigmentosa auf seine Arbeit als Lehrer auswirkte. Vom Centre pédagogique pour élèves handicapés de la vue CPHV in Lausanne erfahren wir, wie man dort junge Menschen mit Sehbehinderung beim Eintritt ins Berufsleben begleiten – wie dies auch in anderen Institutionen der Schweiz geschieht.

Daneben fragt tactuel aus aktuellem Anlass, wie es blinden und sehbehinderten Menschen geht, die auf der Flucht sind. Dazu haben wir eine international engagierte Journalistin und Aktivistin für Barrierefreiheit gewinnen können: Christiane Link recherchiert über die Situation behinderter Flüchtlinge in Europa und hat haarsträubende Dinge erlebt. Im Auftrag von tactuel hat sie auch die Lage in der Schweiz angeschaut, und ein interessantes Fazit gezogen: Im Verhältnis zu anderen europäischen Ländern hat die Schweiz weniger Flüchtlinge und sehr überschaubare Strukturen, was der Betreuung der Flüchtlinge zugutekommt. Doch „Behinderung“ als Merkmal wird auch bei der Aufnahme in der Schweiz nicht vermerkt, und vieles liegt in der Hand privater Träger.

Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre. Hier geht’s zur Übersicht.

Ann-Katrin Gässlein, Redaktorin