Willkommen 2/2026
Innovationen sichtbar machen
Liebe Leserschaft
Viele Innovationen beginnen unspektakulär. Jemand stösst im Alltag auf ein Hindernis. Etwas funktioniert nicht wie gedacht. Es kostet Zeit, Energie – oder schränkt die Autonomie ein. Genau hier setzen viele Entwicklungen an: bei konkreten Situationen, die nach besseren Lösungen verlangen.
Diese Ausgabe von tactuel widmet sich dem Schwerpunkt «Innovationen im Sehbehindertenwesen». Es zeigt, wie aus Beobachtungen neue Ideen entstehen – und was es braucht, damit daraus Lösungen werden, die im Alltag tatsächlich ankommen. Forschung, Förderung und Praxis greifen dabei ineinander. Hochschulen entwickeln Prototypen, Förderinstitutionen ermöglichen ihre Weiterentwicklung, Unternehmen bringen sie zur Anwendung.
Der erste Beitrag aus der Rubrik «Schwerpunkt» führt in dieses Zusammenspiel ein. Er zeigt am Beispiel der Interkantonalen Hochschule für Heilpädagogik (HfH) und Innosuisse, der Schweizerischen Agentur für Innovationsförderung, wie Innovation heute entsteht: interdisziplinär, oft gemeinsam mit Betroffenen und mit einem klaren Blick auf den praktischen Nutzen. Beispiele aus der Schweiz machen deutlich, wie breit das Spektrum ist – von digitalen Hilfsmitteln bis zu neuen Formen der Orientierung im öffentlichen Raum.
Ein besonderer Fokus in dieser Ausgabe liegt auf dem Prix de la Canne blanche. Seit 1998 zeichnet der SZBLIND Projekte aus, die den Alltag von Menschen mit Sehbeeinträchtigung konkret verbessern. Am 15. September 2026 verleiht der SZBLIND zum zehnten Mal den Preis und macht Innovationen sichtbar. Die Liste der bisherigen Preisträger zeigt: Innovation kann vieles sein – technologische Entwicklung, Dienstleistung oder kulturelles Angebot. Entscheidend ist ihre Wirkung.
In einem zweiten Beitrag stellen wir die drei Projekte vor, die von der Fachjury für die diesjährige Ausgabe des Prix de la Canne blanche nominiert wurden. Im Juni wurden diese drei Projekte dem Publikum auf www.20min.ch präsentiert, wo sie online zur Abstimmung standen. Das Gewinnerprojekt wird kurz nach Erscheinen dieser Ausgabe bekannt gegeben.
Auch für tactuel selbst steht eine Innovation an. Diese Ausgabe ist die letzte in der bisherigen Form. Wir bedanken uns bei Ihnen für Ihre langjährige Treue und Ihr Interesse. Gleichzeitig richten wir den Blick nach vorn: Inhalte aus dem Sehbehindertenwesen sollen künftig zeitgemäss vermittelt werden. Im Begleitbrief und auf Seite 33 dieser Ausgabe finden Sie weitere Informationen sowie die Möglichkeit, Ihre digitalen Kontaktdaten zu hinterlassen. So bleiben Sie auch in Zukunft mit tactuel verbunden.
Kathrin Schellenberg, Chefredaktorin tactuel

